Aktuelles

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25-jähriges Bestehen mit Empfang und Konzert gefeiert

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An die Gründung und die Geschichte der Hospizgruppe Achern erinnerte jetzt in einer Feierstunde der ökumenische Hospizdienst Achern-Achertal. Im Gemeindezentrum St. Josef in Achern kamen aktuelle und ehemalige Mitarbeiter zusammen, außerdem Pfarrer Joachim Giesler, Pfarrerin Renate Müller-Krabbe, Dekan Georg Schmitt , Pfarrer Andreas Moll, Oberbürgermeister Klaus Muttach und Seebachs Bürgermeister Reinhard Schmälzle. Es moderierten die Koordinatorinnen des Hospizdienstes Silke Bohnert und Annette Pfliehinger. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Koordinator Manfred Scheurer am Klavier.
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Dr. Winfried Hoggenmüller erinnerte an die Anfänge der Hospizbewegung in England und an die Gründer in Achern, zu denen 1994 er selbst, Schwester Franziska Zähringer als Leiterin der Sozialstation, Berta Habermehl von der Caritas-Konferenz Achern und Krankenschwester Emmy Wenzler gehörten. Achern Oberbürgermeister Klaus Muttach sprach im Namen der politischen Gemeinden, in denen die Hospizbegleiter tätig sind, seinen Dank aus. Pfarrer Joachim Giesler bezeichnete es als christlichen Grundauftrag, sich um Kranke und Sterbende zu kümmern. Er berichtete, dass die lange vollkommen ehrenamtlich aktive Gruppe jetzt ein hauptamtliches Leitungsteam hat und zukunftsfähig aufgestellt sei.
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Das Einpersonen-Stück „Oskar und die Dame in Rosa”, großartig gespielt von der Schauspielerin Christine Reitmeier aus dem bayerischen Eggenfelden, behandelte das schwierige Thema der letzten Tage eines kranken Jungen auf einfühlsame Weise und bekam sehr viel Applaus. Von den derzeit 36 ehrenamtlichen Helfern konnten 25 den Abend mitfeiern. Sie wurden mit neu angeschafften Einsatztaschen ausgestattet. Die Leiterinnen des Dienstes lobten ihren Einsatz für ihre Mitmenschen und bedankten sich. Beim anschließenden Empfang mit Buffet wurde das Jubiläum würdig gefeiert. Einen Tag später fand in der evangelischen Christuskirche in Achern ein Benefizkonzert für den Hospizdienst, gestaltet von der Musikschule Achern, statt. 


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Echte Aufmerksamkeit, ungeheuchelte Liebe und ausgesprochene Wertschätzung brauchen Menschen in jeder Phase ihres Lebens. Mit dem Gedicht „O Herr, gib jedem seinen eignen Tod“ von Rainer Maria Rilke stellte Manfred Scheurer als Koordinator des Hospizdiensts Achern-Achertal zum Ende des Benefizkonzerts "25 Jahre Hospizdienst Achern-Achertal" eine innere Verbindung zwischen dem von hoher Dichte gekennzeichneten musikalischen Abend und der Arbeit des Hospizdiensts her. Den Dank an die Akteure des Abends übersetzte Manfred Scheurer mit "Rilke-Rosen" am Ende in eine feine Geste für die Musikerinnen und Musiker der Kunst- und Musikschule, das Publikum in lang anhaltenden Applaus.

Mit festlicher Musik der Barockzeit, Giambattista Martinis "Toccata für Trompete und Orgel", hatten Thomas Neuberth (Trompete) und Susanne Fink (Orgel) das Konzert in der gut besetzten Christuskirche klangvoll und festlich eröffnet. Vivien Wagner (Violine) und Elena Wagner-Gromova (Klavier) gaben mit den Sätzen "Andante" und "Allegro" Perlen aus dem "Violinkonzert G-Dur" von Georg Friedrich Seitz zu genießen, ehe Paula Klemm (Cello) für ein feinfühlig gespieltes "Largo" und ein schwungvolles "Allegro" aus Antonio Vivaldis "Sonata Nr 5" viel Beifall erhielt. Solveig Sonntag (Violine) ließ in den Sätzen "Andante sostenuto" und "Allegro" aus Oskar Riedings "Concertino in G-Dur" viel Spiel- und Lebensfreude gepaart mit schon hohem Können erkennen. Dominik Kist, Cedric Nosko, Johannes Noss und Arno Venter glänzten als Horn-Ensemble beim "Quartett in B-Dur" von Constantin Homilius mit weichem Ton und musikalisch gut gestimmter Farbenfreude.

„Ich habe im Tango eine Revolution angezettelt“, ist der argentinische Komponist Astor Piazolla zitiert. Mit einer Kostprobe des „Tango Nuevo“ aus Piazollas "Histoire du Tango". stellten Maren Ell (Saxophon) und Elena Wagner-Gromova tänzerisch leichte und zuweilen auch melancholische Stimmung her, wie sie 1930 in einem Pariser Tanzcafé geherrscht haben mag. Maren Henkel (Klarinette) und Hagen Reisbach (Klavier) führten mit drei Fantasiestücken von Robert Schumann in zarte, lebhaft-leichte und feurige Situationen, ehe Hendrik Münchenberg (Violine) mit zwei Sätzen aus Lili Boulangers "Deux Morceaux" auch beim Zupfen im Satz "Cortege" viel junge Klasse an den Tag legte. Rassig, mit viel Pep und jungem Feuer vollendete Celine Schwenk (Klarinette) ein mitreißend gebotenes Konzertprogramm gemeinsam mit Elena Wagner-Gromova und dem gern gehörten "Czardas" von Vittorio Monti.
Viele Komplimente erhielten die Jugendlichen wie die Lehrer der Musikschule nochmals beim anschließenden gemütlichen Empfang im Gemeindesaal. Silke Bohnert, Koordinatorin des Hospizdienstes hatte mit der Geschichte vom fehlenden Ton eine weitere Brücke zwischen der Musik und dem Einsatz der Hospizmitarbeiterinnen in der ganzheitlichen Begleitung von schwerkranken oder sterbenden Menschen und ihren Angehörigen geschlagen.

In London werden der Hospizarbeit weltweit moderne Standards vermittelt

Hospizgemeinschaft Ortenau besuchte das „St. Christopher’s Hospice“ – Besuch stärkte für die eigene Arbeit

von Gerhard Lück

ORTENAU. Bei den 23 Frauen und Männern aus Achern, Oberkirch, Lahr und Haslach, die sich in der Hospizbewegung in der Ortenau ehren- und hauptamtlich engagieren, hat die Reise nach London vor wenigen Tagen tiefe Spuren hinterlassen. Sie besuchten in der britischen Hauptstadt das 1967 von Cicely Saunders (1918-2005) gegründete erste moderne Hospiz, das „St. Christopher’s Hospice“ im Stadtteil Sydenham. In der Hospizgemeinschaft Ortenau, einem Zusammenschluss der ambulanten Hospizgruppen und des stationären Hospizes, engagieren sich rund 160 Ehrenamtliche, die im vergangenen Jahr über 250 Einsätze leisteten. Ein regelmäßiger Austausch ist ihnen dafür sehr wichtig.
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Die Hospizgruppe aus der Ortenau mit der leitenden Physiotherapeutin Jenny Taylor vorm Cicely Saunders-Raum des „St. Christopher’s Hospice“ in London.

„Wir wollten einmal die Ursprünge der modernen Hospizbewegung von Cicely Saunders kennenlernen“, begründet Dorothea Brust-Etzel vom Caritasverband Kinzigtal als Sprecherin der Hospizgemeinschaft die Reise. „Bisher lebten wir ihren Ansatz des selbstbestimmten Lebens, würdevollen Sterbens und des ganzheitlichen Blick auf den Menschen im Alltag vor allem aus ihren Büchern. Jetzt wollten wir sehen, wie das in ihrem Haus umgesetzt wird.“ Herzlich wurde die Gruppe aus Baden von der leitenden Physiotherapeutin Jenny Taylor in den Räumen des angeschlossenen Schulungszentrums begrüßt. Da sie bereits seit über zwanzig Jahren im „St Christopher’s Hospice“ engagiert ist, konnte sie noch einige Zeit mit Cicely Saunders zusammenarbeiten. Wichtig sei der Gründerin immer gewesen, dass das mit vielen Professionen besetzte Team ohne Hierarchien miteinander arbeitet.

Zunächst hatte Saunders in Oxford Philosophie, Politik und Ökonomie studiert. Sie brach mit Beginn des zweiten Weltkrieges das Studium ab, um „etwas Nützlicheres“ zu machen und lies sich zur Krankenschwester ausbilden. Nach Kriegsende setzte sie ihr Studium aber fort und schloss es 1947 mit einem Diplom in „Public and Social Adminstration“ ab. Die bis dahin bekennende Atheistin fand nach einem evangelikalen Sommercamp zum Christentum, was sich prägend auf ihre Haltung und das weitere Schaffen auswirkte. Im St. Thomas Hospital widmete sie sich Krebskranken und stellte fest, dass diese im Endstadium mit starken Schmerzen nur unzureichend versorgt waren. Ein Patient vermachte ihr sein Vermögen mit der Auflage, ein „Sterbeheim“ zu eröffnen. Da sie dazu weitere Qualifikationen brauchte, studierte sie bis 1957 Medizin und brauchte noch bis 1967, um das „St Christopher’s Hospice“ zu eröffnen.
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Im Garten erklärte die leitende Physiotherapeutin Jenny Taylor (Mitte mit Schal) die Rolle der Natur im Therapieprozess.

Heute hat das Hospiz Platz für 48 Gäste und zeichnet sich durch eine große Offenheit aus. Die Ortenauer Besucher waren von den Räumlichkeiten und Zimmern, ihrer Funktionalität und Wärme, begeistert. In einem Fitnessraum gibt es neben Kraftgeräten ein Laufband, im Kreativraum entstehen farbenfrohe Gemälde und im spirituellen Raum ist besonders viel Ruhe zu finden. Das Begegnungszentrum mit Cafeteria steht allen Besuchern offen – und der Garten sei einfach ein Traum, stellten die Besucher aus Baden fest. Hierher werden bei guter Witterung auch Patienten mit ihren Betten geschoben. Silke Bonath, Hospiz-Koordinatorin in Achern, zeigte sich nach dem Rundgang beeindruckt: „Hier spüre ich überall, wie die Aussage von Saunders ‚Du zählst, weil du bist. Und du wirst bis zum letzten Augenblick deines Lebens eine Bedeutung haben.‘ gelebt wird.“

Cicely Saunders entwickelte neue Methoden der Schmerztherapie, zu der auch die regelmäßige Verordnung von Morphium gehörte. Bei ihren Forschungen stellte sie fest, dass dies nicht zur Abhängigkeit führte. Die Befreiung von Schmerzen bei Sterbenden war ihr ein großes Anliegen. Und da für sie Schmerzen aus vier Dimensionen bestehen – physisch, psychisch, sozial und spirituell –, war ihr die interdisziplinäre Betreuung der Menschen so wichtig. Neben der Zusammenarbeit mit den Hausärzten gehörten für sie zum Hospizteam Sozialarbeiter, Seelsorger, Psychiater, Physiotherapeuten, Palliativmediziner und Ehrenamtliche. Überraschend war für die Besucher, dass die Hospizgäste immer mal wieder nach Hause gehen – weil es ihnen besser geht oder sie zu Hause sterben möchten.

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Die leitende Physiotherapeutin Jenny Taylor stellte im Schulungszentrum voller Begeisterung die Prinzipien vom „St. Christopher’s Hospice“ vor.

Dorothea Brust-Etzel war von der Offenheit des Hauses fasziniert: „Ich fühlte mich hier sehr willkommen. Mich berührte die Intensität des Umgang miteinander und die spürbare Freude der Mitarbeitenden bei der Arbeit.“ Manfred Scheurer, in Achern in der Hospizarbeit engagiert, stellte beim Heimflug aus London fest: „Für mich war der Besuch im Hospiz eine Bestätigung meiner inneren Haltung. Ich wurde in meinem Dienst bestärkt.“ Und Adelheid Wagner aus Hausach beeindruckten Warmherzigkeit, Ruhe und Atmosphäre, die überall im Haus spürbar seien: „Als Jenny Taylor uns das Konzept erläuterte, spürte ich, dass sie mit Cicely Saunders zusammengearbeitet hat.“ Eineinhalb Tage hatte die Ortenauer Reisegruppe dann noch Zeit, ein wenig in der Millionenstadt London die gewaltigen Baudenkmäler anzuschauen und sich unters Volk zu mischen. „Beim Abend in einem original Londoner Pub“, schwärmt Adelheid Wagner, „konnte ich richtige Engländer kennenlernen.“

Fotos: Gerhard Lück

Chemotherapie bis zuletzt · Vortrag von Dr. Blinkert, ökumenischer Hospizdienst Achern-Achertal

Der ökumenische Hospizdienst Achern – Achertal, konnte dieser Tage im Josefshaus Achern Herrn Dr. Blinkert, Internist, Hämato/Onkologe und Palliativmediziner begrüßen. Er arbeitet als Oberarzt im Klinikum in Achern und als angestellter Arzt im Ambulanten Therapiezentrum Hämatologie/Onkologie Offenburg-Achern, zum Vortrag „Chemotherapie bis zuletzt?“
„Wann ist der richtige Zeitpunkt, um das Therapieziel zu ändern?“ war eine zentrale Frage. Wo beginnt das Lebensende? Wo findet der Wechsel von einer gegen den Krebs gerichteten Behandlung zur rein palliativen Begleitung statt? Ziel bei der palliativen Krebsbehandlung ist es, so der Referent, möglichst lange mit der Erkrankung „gut“ leben zu können. Es gibt hierzu heute viele wirkungsvolle Medikamente. Die Therapielinien müssen allerdings ständig hinterfragt werden. Irgendwann ist der Zeitpunkt gekommen, wo eine Behandlung mehr schaden als nutzen kann. Um diesen Zeitpunkt zu erkennen, helfen u.a. vier Kriterien: 1.) die mediane Überlebenszeit- was sagt die Statistik? 2.) Verlaufskontrollen wie CT/ MRT, Turmormarker u.a.m. geben ein genaueres Bild. 3.) Wie ist der Allgemeinzustand des Patienten, verschlechtert er sich im Laufe der Zeit? 4.) auch die Intuition, das „Bauchgefühl“ spielt eine große Rolle. Was sagt der Patient selbst, seine Angehörigen, das Pflegeteam?

Wie geht das Ändern des Therapiezieles vonstatten? Es ist eine gemeinsame Entscheidung, mit dem Hausarzt, Angehörigen und vor allem mit dem Patienten. Hier sind ganz verschiedene Reaktionen möglich: Akzeptanz, aber auch Ablehnung. Manchmal wird auch nochmals eine zweite Meinung eingeholt. Manchmal muss eine „Therapie auf Probe“ durchgeführt werden- die Entscheidung zwischen „Prinzip Hoffnung“ und „Vor allem nicht Schaden“ (Primum non noccere, Hippocrates) ist oft schwer. Natürlich ist auch ein NEIN des Patienten zu einer vom Arzt angeboten Therapie möglich- letztlich zählt der Wille des Patienten.

Diese Gespräche sind nicht einfach, so der Referent. Die Umgebung muss stimmen, das Telefon sollte aus sein. „Man sollte die Wahrheit hinhalten wie einen Mantel und nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen!“ (Max Frisch) Dies ist ein schwerer Prozess. Eine Übertherapie ist nicht hilfreich für den Patienten, Nebenwirkungen und verminderte Lebensqualität sind die Folge. Es folgt oft „Notfallmässiges Sterben im Krankenhaus“. Dann bleibt auch keine „Zeit gut zu sterben!“ Für den Patienten und die Angehörigen bedeutet das eine schwere Belastung. Für solche Übertherapie, wie sie in einem gewissen Ausmaß auch Deutschland stattfindet gibt es verschiedene Gründe, z.B. unrealistische Erwartungen der Patienten, Unsicherheit beim Arzt, scheinbar gut verträgliche neue Medikamente. Der Grundstein, später gemeinsam schwere Entscheidungen treffen zu können, sollte möglichst schon beim ersten Kontakt gelegt werden. Sinnvoll ist auch eine frühzeitige Mitbetreuung durch Palliativ- oder Hospizdienste. Patienten mit palliativer Begleitung sterben „leichter“, aber nicht früher.

„Trotz der Trauer bleibt auch ein gutes Gefühl“, so Dr. Blinkert, „wenn es gelingt, das Behandlungsziel rechtzeitig zu ändern und Übertherapie zu vermeiden“. Silke Bohnert vom ökumenischen Hospizdienst Achern – Achertal dankte Dr. Blinkert für den ausführlichen und intensiven Vortrag mit einem Präsent. Der Hospizdienst, welcher im Mai sein 25 Jähriges Jubiläum feiert, ist in der Kirchstraße 25 in Achern unter Tel.: 07841- 2 13 91 oder info@hospizdienst-achern.de oder www.hospizdienst-achern.de erreichbar. Er bietet ehrenamtliche Begleitung von Schwerstkranken Menschen und Ihren Angehörigen an. Auch findet auf Wunsch eine Vermittlung von weiteren Diensten oder palliative Beratung satt.

Vortrag über Patientenverfügung Vorsorgevollmacht und Autonomie im Strebeprozeß

Der ökumenische Hospizdienst Achern – Achertal und das katholische Bildungswerk St. Nikolaus Kappelrodeck hatten letzten Dienstag zu seinem öffentlichen Vortrag in das gute besuchte Gemeindezentrum in Kappelrodeck eingeladen. Herr Bühler vom Bildungswerk Kappelrodeck begrüßte die Referentin Brigitte Wörner, welche dann ausführlich auf die wichtigsten Punkte der Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht einging.

„Mit einer schriftlichen PV (Patientenverfügung) können Patienten/innen vorsorglich festlegen, dass bestimmte medizinische Maßnahmen durchzuführen oder zu unter-lassen sind, falls sie nicht mehr selbst entscheiden können…“ . Je differenzierter eine PV ausgefüllt ist, so die Referentin, welche selbst als Intensivkrankenschwester jahrelange gearbeitet hat, desto sicherer ist diese für die Ärzte. Eine PV greift erst dann, wenn kein Wille mehr geäußert werden kann und ist rechtlich bindend. Dazu bedarf es das Instrument der Vorsorgevollmacht, am besten 2 Vertreter, welche in dieser schweren Situation den Patienten vertreten. Der Sinn der PV liegt darin, dass die Lebenserwartung gestiegen ist, auch die Krankheitsbilder differenzierter werden.

Mit wenigen Impulsen konnten die interessierten Zuhörer, dann sich selbst fragen, ob Sie „vorbereitet“ wären. Eine PV kann jederzeit wiederrufen werden und macht nur Sinn mit einer Vorsorgevollmacht. Alle zwei bis drei Jahre sollte diese mit einer Unterschrift erneuert werden. Aus ethischer Sicht ist eine PV sinnvoll. Wenn ich nicht mehr entscheiden kann, müssen andere für mich entscheiden, möchten Sie das? Wissen diese um Ihre Haltung zum Sterben und Tod? Angehörige möchten, für den schwerstkranken sterbenden Menschen, dass „alles gemacht „ wird – es ist vieles machbar. Werde ich für andere nicht zur Zumutung, falls ich nichts „geregelt“ habe? Ferner berichtete Sie von persönlichen Erlebnissen.
Bei der Vorsorgevollmacht wird eine vertraute Person(en) zum Bevollmächtigen bestimmt. Diese Person wird zum Vertreter und triff im Ernstfall jegliche Entscheidung. Sie ist das mächtigste Vorsorgedokument und Krankenhausaufenthalt, Umzug ins Heim, Wohnungs-kündigung, aber auch und gerade alle Fragen um die Gesundheit sind hierin beinhaltet. Diese sollte auch in mehrfacher Kopie vorhanden sein.

In der vorgestellten Vorsorgemappe der IGLS welche alle am Ende des Abends ausverkauft waren, finden sich dann Vordrucke zur PV , Vorsorgevollmacht, Vollmacht für Rechtsgeschäfte aller Art, Betreuungsverfügung, Behandlungsverfügung aber auch Raum für Gedanken zu meinem Sterben und Grundlegende Fragen zur Selbstbestimmung am Lebensende.

Herr Karl Bühler vom katholischen Bildungswerk St. Nikolaus Kappelrodeck, dankte Brigitte Wörner für die ausführlichen Erklärungen zum Thema. Viele Fragen konnten anschließende noch direkt von Frau Wörner beantwortet werden. Manfred Scheurer, Koordinator des ökumenischen Hospizdienstes Acher-Achertal bat am Ende um eine Spende für die Hospizarbeit, da der Vortrag kostenfrei war. Mappen von der IGLS werden neue bestellt und können unter info@hospizdienst-achern.de oder über AB Tel.: 07841-2 13 91 für einen Unkostenbeitrag angefordert werden. Weiter Informationen finden sich auch unter www.hospizdienst-achern.de .

Gedenkgottesdienst 2019 –

Wegstrecken sind wie Lebensringe eines Baumes

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Unter diesem Motto stand der Gedenkgottesdienst des ökumenischen Hospizdienstes Achern – Achertal, welcher in der evangelischen Christuskriche in Achern für die Angehörigen der Verstorben und die Begleiter stattfand. Aller Menschen, die uns 2018 verlassen haben und vom Hospizdienst begleitet worden sind, wurde gedacht.

Mit einem ruhigen Pianostück eröffnete Erika Maier die Gedenkfeier. Nach der Einführung wurde das Lied „Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen“, Text von Rainer-Maria Rilke, gesungen. In einem anschließenden Gebet wurde auf das Lied der Musikgruppe Unheilig, „Geboren um zu leben“ hingeführt. Gabriele Bögershausen sprach Bezug nehmend auf den Text, verschiede Blickwinkel der Trauer und Gedanken zum Lied von „Unheilig“ an. „ Wir waren geboren um zu leben mit den Wundern jeder Zeit, sich niemals zu vergessen bis in alle Ewigkeit. Es tut noch weh wieder neuen Platz zu schaffen, mit gutem Gefühl etwas Neues zuzulassen….“. Mit dem gemeinsam gesungenen Musikstück „Du hältst auch meine Zeit in Deinen Händen“, den von Hospizbegleitern vorgetragen Fürbitten und dem „VATER UNSER“ wurde nach dem Segensgebet (Manfred Scheurer) das Segenslied, „Gottes guter Segen sei mit euch“ gebetet und gesungen.

Die Dankesworte galten Frau Pfarrerin Müller-Krabbe für ihre Gastfreundschaft und allen Akteuren, die zum Gelingen des Gottesdienstes beigetragen haben. Ein besonderer Dank galt den Trauernden, die durch Ihr Kommen, diesen gemeinsam gefeierten Gedenkgottesdienst ermöglichten.

Der ökumenische Hospizdienst Achern – Achertal ist in der Kirchstraße 25, in 77855 Achern erreichbar. Er bietet kostenlos palliativpflegerische Beratung, Begleitung von Sterbenden und Schwerkranken sowie deren Angehörigen an; auch ist Trauerarbeit in der Gruppe sowie in Einzelbegleitung möglich. Der Dienst ist unter der Tel: 07841 – 2 13 91 oder www.hospizdienst-achern.de oder info@hospizdienst-achern.de erreichbar(Ansprechpartner sind Silke Bohnert und Annette Pfliehinger).

26. März 2019 – öffentlicher Vortrag von Dr. Blinkert

Chemotherapie bis zuletzt?

– über die schwierige Entscheidung, wann eine Krebstherapie beendet werden sollte

Krebspatienten können dank moderner Behandlungsmethoden immer länger mit ihrer Erkrankung leben. Dennoch kommt irgendwann der Zeitpunkt, an dem man entscheiden muss, wann Chemotherapien oder andere Medikamente gegen die Tumorerkrankung besser abgesetzt werden sollten- weil die Erkrankung dennoch voranschreitet oder die Behandlung nicht mehr vertragen wird. Niemand möchte bis zum Tode mit nebenwirkungsreichen Therapien belastet werden.

Aber wie können wir den richtigen Zeitpunkt erkennen, wann das Therapieziel geändert werden muss, wenn es nur noch um Linderung des Leids und nicht mehr um Verlängerung des Lebens geht? Nimmt man nicht alle Hoffnung, wenn die Therapie beendet wird? Und wie können wir darüber mit Patienten und Angehörigen sprechen?

Um diese Fragen, die die tägliche Arbeit in der onkologischen Praxis ganz wesentlich prägen und die für alle Beteiligten -Patienten, Angehörige und Behandlungsteam- oft sehr schwierig sind, soll es bei dem heutigen Vortrag von Dr. med. Bodo Blinkert gehen.

B. Blinkert ist Internist, Hämato/Onkologe und Palliativmediziner. Er arbeitet als Oberarzt in der Medizinischen Abteilung des Ortenau Klinikums Achern und im AmbulantenTherapiezentrum für Hämatologie und Onkologie Offenburg/Achern.

Zwei Hospizdienste kooperieren

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Ehrenamtliche aus Oberkirch und Achern arbeiten nun unter qualifizierter Leitung zusammen

Die Hospizgruppe Oberkirch stellt die Weichen für die Zukunft: Sie kooperiert mit dem Hospizdienst Achern-Achertal. Bei der Vertragsunterzeichnung am Dienstag zeigten die Verantwortlichen auf, wie die Schwerkranken und Sterbenden von dieser Zusammenarbeit profitieren sollen.

(Bericht von Michaela Gabriel – Reiff Medien)

Beim Dienst an Schwerkrankenund Sterbenden und ihren Familien wolle man in Zukunft über den Tellerrand hinausschauen, sich vernetzen und sich gegenseitig unterstützen, sagte Oberkirch Pfarrer Lukas Wehrle bei der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung.
Die Hospizgruppe Oberkirch besteht seit 21 Jahren und wird von Claudia Braun ehrenamtlich geleitet. Sie koodieniert die Einsätze von derzeit 14 ehrenamtlichen Hospizbegleitern. 2017 wurden 27 Menschen am Ende ihres Lebens unentgeltlich begleitet. Dazu kommen die Hospizhelfer nach Haus, ins Pflegeheim oder ins Krankenhaus.

Die Hospizgruppe Oberkirch sei zu klein, um Fördermittel zum Beispiel für die Ausbildung zu beantragen, so Claudia Braun. Durch die Kooperation mit dem Hospizdienst Achern-Achertal werde die Qualität der Arbeit steigen. Es seien gemeinsame Ausbildungskurse und Weiterbildungen sowie Gruppentreffen geplant: "Wir können voneinander profitieren."
Der Hospizdienst Achern-Achertal wird von zwei Teilzeit-Fachkräften professionell koordiniert und geleitet. Die Koordinatorinnen können auch Palliative Beratung anbieten. Sie haben ein Team aus derzeit 35 ausgebildeten Hospizbegleiterinnen. Diese besuchen Schwerkranke und Sterbende und schenken ihnen ihr Ohr und ihre Zeit. Dieses Jahr waren sie bereits für 40 Menschen tätig. In Achern gebe es seit 24 Jahren eine Hospizgruppe, die als rein karitativer Dienst angefangen habe, erklärt Acherns Pfarrer Joachim Giesler. Dieser Dienst am Mitmenschen habe sich entwickelt und professionalisiert. Nicht jede Kirchengemeinde müsse jedoch eine eigene qualifizierte Leitung stellen. Die Fusion mit der Hospizgruppe Achertal 2017 zum Ökumenischen Hospizdienst Achern-Achertal sei ein wichtiger Schritt gewesen. Nun gebe es auch eine Kooperation mit der Kirchengemeinde Oberkirch. So könne man sich gegenseitig unterstützen.

Eine erste gemeinsame Aktion war der Ausbildungskurs für neue Hospizbegleiter von Februar bis November. Dabei wurden sieben Ehrenamtliche für die Hospizgruppe Oberkirch und sieben für den Hospizdienst Achern-Achertal qualifiziert.

Im Februar 2019 können sich weitere Ehrenamtliche ausbilden lassen. Informationen dazu gibt es in Achern unter Telefon 07841 21391 und Oberkirch unter 07802 50832.

14 neue „qualifizierte Alltagshelden“

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Feierlich beauftragt für ihren ehrenamtlichen Dienst wurden am Samstag im Gemeindezentrum Kappelrodeck 14 frisch ausgebildete Hospizbegleiter.

Foto: Michaela Gabriel
Ein großer Erfolg war der Ausbildungskurs, den der Hospizdienst Achern-Achertal seit Anfang des Jahres anbot. Jetzt konnten im Gemeindezentrum Kappelrodeck feierlich 14 neue Hospizbegleiter beauftragt werden. Gleichzeitig wurde an die Gründung einer Hospizgruppe Achertal vor 20 Jahren erinnert.

Manfred Scheurer war ein Mann der ersten Stunde und begann zusammen mit Pfarrer Wendelin Faller 1998 mit diesem „Dienst am Menschen”, wie er es selbst nannte. Die Themen Sterben, Tod und Trauer ließen sich nicht umgehen und die Gründung der Gruppe sei eine Antwort darauf gewesen. Bis heute sei diese Arbeit für ihn einen Herzensangelegenheit, so Scheurer. Er dankte allen ehrenamtlichen Begleitern Sterbender und ihrer Angehörigen, die damals und heute aktiv waren und sind: „Ohne sie könnte der Dienst nicht leben.” Träger seien von Anfang an die katholischen und evangelischen Kirchengemeinden gewesen. Die Entscheidung zur Fusion mit der Hospizgruppe Achern 2017 sei die richtige Entscheidung gewesen.

Die neuen Hospizbegleiter kommen aus dem Achertal, dem Renchtal und dem Raum Achern. Es sind Susanne Wegel, Anne Vogt, Sibylle Weidner, Gisela Grimmig, Marianne Vollmer, Lioba Kuderer, Anita Maier, Patrizia Grainer, Renate Riebeling, Dagmar Redlin, Walter Klein, Rahel Austermann, Christiane Bohnert und Erika Maier. Verantwortlich für ihre Ausbildung waren Silke Bohnert und Brigitte Wörner, die von der Gruppe jeweils mit einem Erntekorb und einem Danke für die gute Begleitung gewürdigt wurden.

Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu umsorgen, das sei der Auftrag in der Hospizbewegung, sagte Dorothea Brust-Etzel von der Hospizgemeinschaft Ortenau. „Die sozialste aller Bürgerbewegungen” sollte weiterhin für die Menschen da sein, auch wenn sie jetzt vom Gesundheitssystem mitfinanziert werde: „Aus dem Herzen kommt das, was wir tun, nicht aus den Fördertöpfen”, mahnte sie und wünschte den neuen Ehrenamtlichen „wundervolle Begegnungen mit den Menschen.”

Dieser Dienst verlange viel ab, sagte Landtagsabgeordneter Willi Stächele (CDU) anerkennend. Für die wertvolle Arbeit, für die da zu sein, die nicht mehr weiter können, wünschte er viel Kraft. Als „qualifizierte Alltagshelden” bezeichnete Bürgermeister Stefan Hattenbach die Hospizbegleiter. Für den Dienst an Menschen und für die Menschlichkeit dankte er allen in der Hospizbewegung Aktiven und überbrachte mit einem Gruß von allen Bürgermeistern im Achertal weiße Rosen.

Gefühlvoll begleitet wurde die Beauftragung der neuen Hospizbegleiter von drei Querflötistinnen aus Seebach. Barbara Schmälzle, Astrid Decker und Laura Schnurr stimmten muntere Melodien an, begleiteten die Lieder des Gottesdienstes und endeten mit „Morning has broken”.

Jesus habe die Angst vor einem zukunftslosen Sterben genommen, sagte Dekan Georg Schmitt in seiner Predigt. Er habe zugesagt, „uns einen Platz zu bereiten.” Dennoch quäle viele Menschen die Angst vor Leid und Mitleidlosigkeit am Ende des Lebens. Die Hospizbewegung sei eine Antwort auf den Wunsch nach Zuneigung. Wer Jesus nachfolge, sei im Besonderen gefragt, den Menschen zu dienen. Er gratulierte den neuen Ehrenamtlichen des Hospizdienstes und legte jedem segnend die Hände auf.

Begegnungen, Erinnerungen, Himmel

Mittwoch, 24.10.18 · Texte und Bilder von Ute Hausmann
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„Begegnungen, Erinnerungen, Himmel“ enthält sechs sehr persönliche Texte, wertvolle Momentaufnahmen, die bei Begleitungen und Begegnungen mit Menschen an deren Lebensende, entstanden sind.

Das Bewahren dieser Erinnerungen, umrahmt von Himmelsbildern, soll einladen, sich auf das sehr besondere Erleben während der Zeit des näher kommenden Todes einzulassen. Die Zeilen sollen ermutigen, Sterbenden beizustehen und die natürliche Einheit von Leben und Sterben wahrzunehmen.

Dazu lädt der ökumenische Hospizdienst Achern-Achertal alle Interessierten am Mittwoch, den 24.10.18 recht herzlich in die Illenau Achern ein. Texte und Bilder sind von Ute Hausmann aus Kappelrodeck. Sie ist ehrenamtliche Lebens- und Sterbebegleiterin und unter www.uteruthhausmann.de finden Sie weitere Informationen zu ihr.

Eine Anmeldung ist nicht erfolderlich. Der Abend beginnt um 20.00 Uhr in 77855 Achern, Illenauer Allee 54, im Atelier der Illenau-Werkstätten e.V. und wird musikalisch an der Gitarre von Benedikt Scheurer begleitet. Spenden sind willkommen. Der ökumenische Hospizdienst Achern-Achertal ist unter Tel.: 07841 21391 und info@hospizdienst-achern.de oder www.hospizdienst-achern.de erreichbar. Der Dienst begleitet Sterbende und Ihre Angehörigen zu Hause oder im Pflegeheim.

Fotos dazu finden Sie auch in der Rubrik Fotos
„Begegnungen, Erinnerungen, Himmel“ enthält sechs sehr persönliche Texte, wertvolle Momentaufnahmen, die bei Begleitungen und Begegnungen mit Menschen an deren Lebensende, entstanden sind.

Das Bewahren dieser Erinnerungen, umrahmt von Himmelsbildern, soll einladen, sich auf das sehr besondere Erleben während der Zeit des näher kommenden Todes einzulassen. Die Zeilen sollen ermutigen, Sterbenden beizustehen und die natürliche Einheit von Leben und Sterben wahrzunehmen.

Dazu lädt der ökumenische Hospizdienst Achern-Achertal alle Interessierten am Mittwoch, den 24.10.18 recht herzlich in die Illenau Achern ein. Texte und Bilder sind von Ute Hausmann aus Kappelrodeck. Sie ist ehrenamtliche Lebens- und Sterbebegleiterin und unter www.uteruthhausmann.de finden Sie weitere Informationen zu ihr.

Eine Anmeldung ist nicht erfolderlich. Der Abend beginnt um 20.00 Uhr in 77855 Achern, Illenauer Allee 54, im Atelier der Illenau-Werkstätten e.V. und wird musikalisch an der Gitarre von Benedikt Scheurer begleitet. Spenden sind willkommen. Der ökumenische Hospizdienst Achern-Achertal ist unter Tel.: 07841 21391 und info@hospizdienst-achern.de oder www.hospizdienst-achern.de erreichbar. Der Dienst begleitet Sterbende und Ihre Angehörigen zu Hause oder im Pflegeheim.

Männer trauern anders - Frauen auch!

Mittwoch, 21.11.18 · Vortrag mit dem Klinikseelsorger Thomas
Der ökumenische Hospizdienst Achern – Achertal lädt nach dem ökumenischen Gottesdienst am Buß-und Bettag Mittwoch, den 21.11.18 in der evangelischen Kirche Kappelrodeck alle Interessierte, welcher von Pfarr. Andreas Moll und Dekan Georg Schmitt gestaltet wird, ab 20.00 Uhr zum Vortrag mit dem Klinikseelsorger Thomas Lenski ein. Der Gottesdienst beginnt um 19.00 Uhr.

Im Vortrag wird der lange Jahre in Waldum lebende Klinikseelsorger Thomas Lenski versuchen auf die Unterscheide der Trauer bei Männer – und Frauen einzugehen.

Fast alle Trauerliteratur ist von Frauen verfasst. Trauer wird mit weiblichen Worten, mit weiblichem Einfühlungsvermögen, mit weiblicher Art und Weise des Umgangs mit Trauer angegangen. Diese Art ist weithin akzeptiert und steht für „die Art, mit Trauer umzugehen.“

Dass Männer dabei oft zu kurz kommen, wird allen deutlich, welche die Trauerseminare besuchen.

Deswegen möchte Thomas Lenski vor allem Frauen einladen, den männlichen Weg der Trauer zu verstehen und kennen zu lernen. Es soll nicht um die Art der weiblichen Trauer gehen, sondern um die der Männer. Weibliche Trauer ist bekanntlich auch hinlänglich erforscht, wohingegen es sehr wenig, oder fast keine Literatur zur männlichen Trauer gibt.
Thomas Lenski bringt aufgrund seiner Trauerbegleitungen im Klinikum Mittelbaden Balg und auch im Hospiz Kafarnaum Ebersteinburg sehr viele persönliche Eindrücke und Einblicke mit. Auch werden von Ihm Beerdigungen und Aussegnungen durchgeführt.

Der Eintritt ist frei. Um eine Spende für den ökumenischen Hospizdienst Achern – Achertal wird gebeten. Dieser ist in 77855 Achern, Kirchstraße 25 Tel.: 07841 – 2 13 91 oder info@hospizdienst-achern.de erreichbar. Weitere Informationen finden sich unter www.hospizdienst-achern.de Der ökumenische Hospizdienst Achern – Achertal bietet ehrenamtliche Begleitungen von Sterbenden und Ihren Angehörigen zuhause oder in den Pflegeheimen an. Auch in der Trauerarbeit ist der Dienst aktiv und bietet Einzelbegleitung oder Gruppenbegleitung an.

Neue Mitarbeiterin im Hospizdienst

„Der Mensch soll auch im Sterben Mensch sein dürfen. Wir wollen individuell auf ihn eingehen.” Das sagt die neue hauptamtliche Mitarbeiterin des Ökumenischen Hospizdienstes Achern-Achertal, Annette Pfliehinger. Die 51-Jährige aus Kappelwindeck ist gelernte Krankenschwester mit Palliativ-Care-Ausbildung. Sie hat sich weiterqualifiziert zur Klinischen Ethikberaterin und vor kurzem auch zur Pflegeberaterin. Zwölf Jahre war sie in der spezialisierten ambulanten Palliativ-Versorgung tätig, die es Menschen ermöglicht, zu Hause zu sterben.

Annette Pfliehinger ist die neue Mitarbeiterin von Silke Bohnert aus Seebach, die den Hospizdienst Achern-Achertal seit Anfang 2017 leitet. Ihre Vorgängerin Annette Zittel aus Achern hat sich nach zehnjähriger Tätigkeit aus der Hospizarbeit zurückgezogen. Das Leitungsteam des Hospizdienstes besteht jetzt aus Silke Bohnert, Annette Pfiehinger und Manfred Scheurer aus Sasbach. Sie koordinieren die Einsätze von derzeit 25 ehrenamtlich tätigen Hospizbegleitern im Raum Achern und dem Achertal und organisieren die Ausbildung von neuen Ehrenamtlichen.
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Silke Bohnert (links) und Ulrike Pfliehinger sind die Ansprechpartnerinnen beim Ökumenischen Hospizdienst Achern-Achertal mit Sitz in der Kirchstraße 25 in Achern.
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Annette Zittel ist aus dem Hospizdienst ausgeschieden.
Das Leitungsteam ist Ansprechpartner für alle, die sich in der Sterbephase eines Angehörigen Unterstützung holen möchten. Sie werden beraten und begleitet. Die ehrenamtlichen Hospizhelfer schenken in dieser Situation ihre Zeit und kommen nach Absprache nach Hause, ins Krankenhaus oder ins Pflegeheim. Gefördert wird der Hospizdienst von den Krankenkassen. Für die betroffenen Familien fallen keine Kosten an.

Die Leitung der ambulanten Hospizarbeit in hauptamtliche Hände zu legen, das war das Anliegen von Annette Zittel. Dass dafür Stellen geschaffen werden konnten, sei eine Weiterentwicklung, sagt sie. Deshalb habe sie den Stab gern weitergegeben, um sich wieder verstärkt ihrer Familie zu widmen. Sie absolvierte 2008 die Ausbildung zur Hospizbegleiterin. 2011 kam sie für Berta Habermehl ins damals ehrenamtlich tätige Leitungsteam und bildete sich dafür zur Koordinatorin weiter. Zeitweise trug sie die Verantwortung alleine, von 2013 bis 2016 zusammen mit Gabriele Bögershausen, die dann in den Ruhestand ging.
Die Aufgaben des Hospizdienstes sind in den vergangenen Jahren stark gewachsen: in der Verwaltung, der Organisation, der Beratung und in der Koordination der Einsätze, außerdem in der Öffentlichkeitsarbeit, der Mitarbeit in Gremien und der Vernetzung mit Pflegeheimen und anderen Hospizdiensten.

Die Koordinatorinnen des Hospizdienstes sind in der Regel vormittags von 9 bis 12 Uhr erreichbar unter der Telefonnummer 07841 21391 oder per Mail an info@hospizdienst-achern.de. Im Internet gibt es mehr Informationen unter www.hospizdienst-achern.de

Hospizgemeinschaft Ortenau

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Ortenau, 26.09.2018

Nachdem die drei Nominierten für den Herzenssache Preis der Volksbank in der Ortenau feststehen, erhielten auch alle Bewerbern, die es auf die „Juryliste“ geschafft, also den Teilnahmebedingungen entsprochen haben, jeweils eine Spende von 250 Euro für ihre „Herzenssache“. Insgesamt investiert die Bank pro Jahr ca. 20.000 Euro in den Herzenssachepreis.  Die Spenden wurden im Rahmen einer Feierstunde in den Räumen der Volksbank in der Ortenau übergeben und werden wiederum einem sozialen Zweck zugeführt.

Knapp 30 Projekte aus dem gesamten Geschäftsgebiet der Volksbank in der Ortenau haben sich in 2018 für den Herzenssache Preis für soziales und ehrenamtliches Engagement der Volksbank in der Ortenau beworben. Gemäß den Ausschreibungsbedingungen hat die Volksbank die Vorauswahl an Projekten getroffen. Aus dieser wurde von einer externen Expertenjury im September die drei Nominierten und schließlich der Gewinner des Sozialpreises der Volksbank in der Ortenau eG 2018 ausgewählt, der am 15. November bekannt gegeben werden.

Soziales und ehrenamtliches Engagement hat viele Gesichter. Hier nur ein paar Beispiele derjenigen Projekte, die es auf die „Juryliste“ geschafft haben: Die einen organisieren ein Dorffest für die Dorfjugend oder kümmern sich um die Verschönerung ihrer Heimat. Andere kümmern sich um behinderte Menschen, unterstützen und fördern diese. Viele sind in der Flüchtlingshilfe tätig oder haben sich dazu entschlossen Jugendlichen in verschiedenster Form zu helfen. Es gibt aber auch diejenigen, die ehrenamtliche Helfer in der Not sind. Sie sind da, wenn es zum Äußersten kommt. Sie leisten erste Hilfe bevor der Notarzt vor Ort ist, sind Mentoren für Betroffene, als auch für die Helfer oder sie begleiten Menschen nach einem Schicksalsschlag.

Mit dem Herzenssache Preis will die Volksbank in der Ortenau zum einen dem Ehrenamt, welches oft im Verborgenen stattfindet eine Bühne bieten. Zum anderen will sie die ganze Region ins sozial engagierte TUN bringen und Menschen ermutigen sich sozial und ehrenamtlich zu engagieren. Die Schirmherrschaft für den Preis hat abermals Bundestagspräsident Dr. Wolfgang Schäuble übernommen.

Hospizgemeinschaft Ortenau

„Zusammenkunft ist ein Anfang. Zusammenhalt ist ein Fortschritt. Zusammenarbeit ist der Erfolg.“ Unter diesem Leitspruch stand die Gründung der Hospizgemeinschaft Ortenau im Oktober 2010. Ihr gehören die ambulanten Hospizgruppen verschiedener Träger, sowie das einzige stationäre Hospiz in der Ortenau an. Allen ist es ein Anliegen die Hospizbewegung und die Angebote der Dienste bekannt zu machen und flächendeckend auszubauen, damit jede und jeder die Möglichkeit hat in Würde, möglichst schmerzfrei und in der gewünschten Umgebung sterben kann. Dazu gehört auch durch Öffentlichkeitsarbeit und gute Beispiele den Themen Sterben, Tod und Trauer einen Platz in unserer Gesellschaft zu geben. Die gesellschaftspolitische Aufgabe sich für die Verbesserung der Palliativen Versorgung, speziell auch im gesamten Ortenaukreis, einzusetzen ist eine weitere Zielsetzung. Durch die Pflegereform sind zwischenzeitlich auch die ersten Schritte in diese Richtung getan.

Die Hospizgruppen bieten Begleitung von sterbenden und schwerkranken Menschen an. Sie besuchen die Menschen in ihrem häuslichen Umfeld, im Pflegeheim und im Krankenhaus. Sie sind Ansprechpartner für Angehörige und Freunde, bieten Entlastung und sie begleiten in der Trauer. Der Kinderhospizdienst, der beim Hospizverein Offenburg angesiedelt ist, ist Ortenauweit tätig. Die Inanspruchnahme aller Dienste ist kostenlos. Mit Ärzten und Fachkräften aus der Pflege und Palliativversorgung wird eng zusammengearbeitet.

Mit der aktiven Nutzung der Netzwerke können die Dienste weiterentwickelt werden und zwar nah an den Bedürfnissen der Sterbenden, Angehöriger und Trauernder.

Derzeit arbeiten ca. 180 Ehrenamtliche in den Hospizgruppen mit. Mehr als 20 interessierte Personen befinden sich zur Zeit in zwei Ausbildungskursen um ehrenamtlich mitarbeiten zu können. Pro Jahr werden durchschnittlich 270 Sterbende begleitet. Rechnet man dann noch die Angehörige dazu kommt man auf Mehrfaches an Personen, die von diesem Angebot profitieren. Die Ehrenamtlichen werden mit einer Schulung auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Qualifizierung und Begleitung ist ein selbstverständliches Angebot für die Engagierten.

Ausbildungswochenende

Am 9./10. März fand unser erstes Ausbildungswochenende statt. Neben ersten Begegnungen und Kennenlernen stand vor allen Dingen die Wahrnehmung der eigenen Biografie, die eigene Haltung zum Themenkreis Sterben und Tod im Fokus.
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Schwerkranken und Sterbenden Zeit schenken

Acherner und Achertäler Hospizhelfer haben viel geleistet und helfen auch 2018 weiter
Eine ganz wichtige Säule des Hospizdienstes Achern-Achertal sind ehrenamtliche Hospizbegleiter. 2017 gewann die Gruppe fünf neue Helfer hinzu. Viele wurden bei einem liebevoll vorbereiteten Dankeschön-Frühstück im Gemeindehaus St. Josef in Achern für ihr langjähriges Engagement in der Sterbebegleitung geehrt.

Die Koordinatorin und Palliativ Care Fachkraft Silke Bohnert blickte auf die Aktivitäten 2017 zurück. Erstmals stellt der Hospizdienst sich auf dem Acherner Bauernmarkt und im Friedwald Rheinau vor. Sie sei dankbar, dass die Kooperation mit sieben Pflegeheimen in der Region gut angelaufen sei. 2018 werde man für Pflegekräfte eine Fortbildung zu Kriegstraumata anbieten, außerdem einen öffentlichen Vortrag zur Patientenverfügung und der Autonomie des Menschen im Sterbeprozess. Die Hospizhelfer werden das neue Hospiz Maria Frieden in Offenburg und ein Bestattungsinstitut in Freiburg besuchen, sich intensiv mit dem Thema Demenz auseinandersetzen und bei einem Wochenende im Haus Hochfelden Stärkung erfahren.

43 Sterbende und ihre Familien wurden 2017 in Achern, dem Achertal und Sasbachtal ehrenamtlich und unentgeltlich bis zum Tod begleitet, berichtete Silke Bohnert. Dabei investieren Ehrenamtliche Zeit in Gespräche und Spaziergänge, sie wachen am Sterbebett, teilen Ängste und Hoffnungen und beten, wenn die Menschen dies möchten. Mehr als 20 Jahre lang übernahmen diesen Dienst Anneliese Meier aus Ulm und Waltraud Keller aus Achern. Sie wurden mit einer Christrose und großem Dank verabschiedet. Begrüßt wurden die neuen Hospizbegleiterinnen Angelika Weigelt und Marianne Schwarz, Ute Hausmann, Ilse Faist und Alice Hund.

Für 20-jährige Tätigkeit im Hospizdienst wurden Claudia Schwendemann, Monika Faist, Schwester Thomas und Manfred Scheurer geehrt. Sie sind seit der Gründung der Gruppe Achertal im Jahr 1998 dabei. Seit zehn Jahren sind Sabine Koch, Christa Weintz, Gertrud Weyl und Annette Zittel für Schwerkranke und Sterbende da.

Die Hauptamtlichkeit in der Organisation des ökumenischen Dienstes soll weiter gestärkt werden, war zu hören. Annette Zittel gibt ihre stundenweise Beschäftigung auf, um sich anderen Aufgaben zuzuwenden. Dafür werde man eine weitere Halbtagsstelle besetzen, so Pfarrer Joachim Giesler. Annette Zittel beschrieb die Entwicklung der Hospizarbeit bildlich. Vor Jahren habe sie zusammen mit Gabriele Bögershausen ein Auto mit kaputtem Motor einen Berg hochgeschoben. Jetzt entspreche die Arbeit einem neuen, PS-starken Wagen und ein ganzer Fuhrpark stehe dahinter.

Der Dienst sei finanziell gut aufgestellt, berichtete Hubert Allgeier. Es gebe Einnahmen aus Zuschüssen, Spenden und Vermächtnissen. Anerkennung kam vom evangelischen Pfarrer Andreas Moll und dem katholischen Pfarrer Joachim Giesler: „Durch sie erfahren Menschen Halt, Hilfe und Unterstützung.” Giesler segnete die Helfer, „damit sie weiter fruchtbar dienen können.”

Trauerbegleitung bietet der Hospizdienst Achern-Achertal zusammen mit der Seelsorgeeinheit Achern an. 2017 gab es zwei Trauergruppen mit 15 Teilnehmern, aktuell eine mit zehn Teilnehmern. Außerdem werden Einzelbegleitungen in der Trauer ermöglicht.
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Seit zehn Jahren ehrenamtliche Hospizhelfer sind Christa Würtz, Sabine Koch und Gertrud Weyl. Die Koordinatoren Annette Zittel und Manfred Scheurer dankten ihnen herzlich.
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20 Jahren ehrenamtliches Engagement: Seit dem Bestehen der Hospizgruppe im Achertal 1998 kümmern sich Claudia Schwendemann, Schwester Thomas und Monika Faist (von links) um Sterbende.
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Fünf neue ehrenamtliche Mitarbeiter kamen 2017 zum Hospizdienst Achern-Achertal.
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Anneliese Meier (links) und Waltraud Keller (rechts) wurden nach vielen Jahren ehrenamtlicher Tätigkeit von Annette Zittel verabschiedet.
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Das Hauptamtlichenteam der Hospizgruppe Achern-Achertal besteht aus Silke Bohnert, Annette Zittel und Manfred Scheurer.
Text und Fotos: Michaela Gabriel